Unter- und Obertiefenbach

Das westböhmische Dorf Tiefenbach gehörte einstmals zur Pfarrei Petschau, in deren Matrikeln die seit 1729 erhaltenen Taufen, Sterbefälle und Eheschließungen aufgezeichnet wurden. Als kleine Ansiedlung vermutlich bereits im 13. Jahrhundert beginnend, gab es im Jahre 1945 in Untertiefenbach noch 75 Anwesen. Etwa 370 Einwohner lebten bis zur Aussiedlung nach dem Zweiten Weltkrieg im Ort. Im heute nicht mehr existierenden Ortsteil Obertiefenbach (Horní Hluboká) waren zu dieser Zeit 24 Häuser mit etwa 100 Einwohnern verzeichnet.

Familiennamen, die sich gem. Tiefenbacher Grundbucheinträgen bereits im frühen 17. Jahrhundert im Ort nachweisen lassen, sind u.a. Breitfelder, Dietrich, Eckl (Eckel), Grünes (Krineß), Hammerschmiedt, Hess, Hörles (Hierles), Köhler, Lugner (oder Lugert), Pichl (Püchl), Schmiedl, Simon.

Man erreicht den im schönen Leitental liegenden Ort heutzutage zu Fuß auf Wanderwegen oder mit dem Auto über eine Abzweigung von der Straße zwischen Petschau (Becov nad Teplou) und Elbogen (Loket). Hier angekommen, kann man über eine nach Nordwesten führende, jedoch nur teils befestigte und später in einen Waldweg übergehende Straße auch die Stelle finden, an der früher der Ortsteil Obertiefenbach lag. Von dieser Ortschaft ist nichts mehr zu sehen, anhand alter Karten kann man jedoch eine ungefähre Vorstellung erhalten, wie die Bebauung angesiedelt war. Heute gibt es dort nur noch Wiesen und Weiden.

Drei Mühlen

Zur Ortschaft gehörten drei Mühlen, die in alten Karten als Lohmühle, Grundmühle und Neudorfer Mühle bezeichnet werden. Auch diese Bauwerke sind verschwunden, lediglich die von Familie Peter betriebene Neudorfer Mühle lässt sich 2020 im Wald noch als Ruine finden.

Die folgende schematische Karte von Tiefenbach wurde dem Buch Das Tepler Land (1967, hrsg. von Josef Schmutzer) entnommen und soll einen Eindruck der früheren Besiedlung vermitteln. Der auf den Seiten 748 bis 751 gedruckte Artikel enthält u.a. auch die dazugehörigen Bewohnerlisten.

Fortsetzung folgt…