Untertiefenbach: Kapelle des Hl. Prokop

Der Ort Tiefenbach (Untertiefenbach mit Ortsteil Obertiefenbach) besaß bereits im 18. Jahrhundert eine eigene Kapelle, in der Gottesdienste für die Bevölkerung stattfinden konnten. Diese Kapelle war dem Dorf zusammen mit einer Orgel von Gräfin Marie Antonie von Questenberg gestiftet worden. Am 4. Juli 1755 weihte man sie feierlich dem heiligen Prokop.

Bis zur Vertreibung der deutschen Bevölkerung des Ortes nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die spätbarocke Kapelle rege genutzt, danach jedoch verfiel sie mehr und mehr. Obwohl das Gebäude bereits am 3 Mai 1958 in die Liste der Kulturdenkmäler der Tschechischen Republik aufgenommen und das Äußere hergerichtet worden ist, ist der Innenzustand mehr als bedenklich, wie die folgenden, im August 2020 aufgenommenen Bilder zeigen.

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Links und rechts des vollständig zerstörten Altars (siehe Folgebild) befanden sich u.a. Statuen der Jungfrau Maria und des heiligen Johann Nepomuk sowie der Apostel Johannes und Paulus. Die Statue des hl. Prokop soll sich in einer Nische über der Eingangstüre befunden haben. Auch eine Joseph-Statue mit Jesus sowie ein Bildnis des hl. Michael werden in einer Dokumentation im Internet erwähnt.

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Ob die erhaltene Bemalung der Wände und der Decke historisch dem 18. Jh. zuzuordnen oder später erneuert worden ist, ist mir nicht bekannt.

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Als einer der Handwerker (zur Ausstattung der Kapelle) wird auf einer Website zur Beschreibung katholischer Kirchen des Kreises Elbogen (Rímskokatholická farnost Loket) ein „Carl Ristiger“ aufgeführt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich hier um den Bildermaler Johann Karl Ristinger, der im nahen Schönfeld am 27 April 1755 in erster Ehe die Schneiderstochter Anna Margareta Bartl und am 14 Februar 1762 in zweiter Ehe Anna Elisabeth Miesner geehelicht hatte. Seine Herkunft ist in einem Heiratsdokument eines Sohnes mit „Prag“ angegeben. Familiäre Zusammenhänge habe ich auf der Website www.familienforschung-lugner.de dargelegt