Die St. Katharinenkirche in Schönfeld (Krásno nad Teplou)

Die St. Katharinenkirche liegt im Ort Krásno nad Teplou, der früheren freien Bergstadt Schönfeld im Egerland.

Die Pfarrei

Die Pfarrei existierte laut Chronik für Schönfeld bereits im 15. Jahrhundert. Nachweislich ist am 29 April 1404 ein Kaplan für die Gemeinde eingesetzt worden. Bis Anfang des 16. Jahrhunderts war die Pfarrei katholisch. Etwa um 1523 begann die Protestantisierung der Gegend. Laut Chronik soll um 1550 eine eigene protestantische Pfarrei in Schönfeld entstanden sein. Und in der Tat: Kirchenbücher für die damals protestantische Bevölkerung reichen bis 1552 zurück und wurden bis 1624 sorgfältig von den im Ort ansässigen Pastoren aufgezeichnet. Letzte protestantische Pastoren im Ort waren Samuel Seltenreich aus Sankt Joachimsthal (von 1580 bis 1620) und Johannes Leuffer aus Naumburg-Saale (von 1620 bis 1624). Beide führten die Kirchenbücher sehr gewissenhaft und geben wertvolle Informationen zu den Nachnamen der Familienmütter, die in späteren Zeiten nicht mehr lückenlos aufgeführt werden.

Nach 1620 setzte in Böhmen – und somit auch in Schönfeld – die Rekatholisierung ein. Protestantische Pastoren wurden vertrieben und mit der Zeit durch katholische Priester ersetzt. So findet man im nachfolgenden Zeitraum nicht nur Brüche in der Führung der Matrikel. Auch viele der frühen, in den Matrikeln für Schönfeld aufgeführten Familien lebten nach 1630 nicht mehr im Ort, da Teile der Bevölkerung sich entschlossen, in benachbarte, protestantische Länder auszuweichen, oder vertrieben wurden. Diese Familien verloren in der Regel ihren gesamten Besitz. Andere konvertierten und blieben, und wir finden ihre Familiennamen und Linien bis ins 20. Jahrhundert hinein verzeichnet.

Noch um 1635 gibt es Aufzeichnungen in den Matrikeln, die Angaben zur lutherischen Religion der Eltern damals schon katholisch getaufter Kinder geben. Schon ab 1629 waren Gottesdienste der Protestanten jedoch offiziell verboten und konnten allenfalls heimlich abgehalten werden.

Das Kirchengebäude

Im 15. Jahrhundert existierte zuerst eine der heiligen Katharina geweihte Kapelle. Und auch der heutige Kirchenbau entspricht nicht dem ursprünglichen, gotischen Gebäude. Denn dem verheerenden Brand des Jahres 1858 fiel neben vielen Häusern des Ortes Schönfeld auch die in der protestantischen Zeit erbaute St. Katharinenkirche zum Opfer. In den Folgejahren wurde die Kirche wieder aufgebaut, und Quellen besagen, dass von der alten Kirche der Glockenturm und eine Marienstatue mit Jesuskind erhalten blieb.

Rückseite der St. Katharinenkirche, vom ehemaligen Friedhof aus gesehen

Die St. Katharinenkirche verfiel nach dem Zweiten Weltkrieg und der Vertreibung der Sudetendeutschen zusehends, wurde jedoch in den letzten Jahren mithilfe der Mittel des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds (DTZF) und des Fördervereins St. Katharinenkirche Schönfeld/Egerland (Krásno) innen wie außen renoviert. Ich besitze einige Bilder des früheren Zustandes, möchte heute aber nur die schönen Bilder der Gegenwart präsentieren:

Bei meinem letzten Besuch in Schönfeld im Sommer 2020 stand die Kirchentüre offen. Durch das schützende Gitter konnte ich einige Aufnahmen des Innenraums machen, der sich heute in sehr gutem Zustand präsentiert (ich erinnere mich an Zeiten, in denen Wände und Decke feucht waren und Wasserflecken trugen):

Die Rosette im Kirchenschiff finde ich besonders schön:

Der Erhalt historischer Bauten ist außerordentlich unterstützenswert – nicht nur, um diese für die Nachwelt zu pflegen, sondern auch, um deren heutige Nutzung möglich zu machen (man vergleiche hierzu den beklagenswerten Zustand der Kapelle im benachbarten Untertiefenbach). Fördergelder sind auch weiterhin notwendig. Der Förderverein St. Katharinenkirche verwendet sämtliche Spenden für die Instandhaltung der Schönfelder Kirche. Diese können auf das Spendenkonto IBAN DE 46 5705 0120 0000 0047 88 bei der Sparkasse Koblenz überwiesen werden.

Quellen:
Brandl, Josef: Schönfeld. Ehemalige königlich freie Bergstadt im Egerland [Chronik des Ortes Schönfeld]. Hrsg. vom Schönfelder Heimat- und Geschichtsverein e.V., 1983.
Deutsch-Tschechischer Zukunftsfond (DTZF)
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